15:53:10 Freitag, 19 Juli 2019

Die immergrüne Barranco de Guayadeque ist eines der herrlichsten Täler auf der Insel. Kakteen, Agaven, Mohnblumen, Palmen, die Kanarische Pinie und Mandelbäume sowie mehr als 80 endemische Arten wachsen hier an vielen steilen Hängen. Die Nachbarorte Ingenio und Agüimes erhalten ihr Wasser von einem Bach, der durch diese Schlucht läuft.

Dieses Tal, das zu prähistorischen Zeiten das bevölkerungsreichste auf der Insel war, ist die Kulisse für eine der bedeutendsten prähistorischen Grabstätten, in der die Toten in unzugänglichen Höhlen beerdigt wurden. Die Guanchen – die Ureinwohner der Kanaren – nutzten diese Höhlen später, um darin zu wohnen, Essen zu lagern und als Orte, an denen Fruchtbarkeitsrituale durchgeführt wurden. Im 19. Jahrhundert, nachdem Einheimische die Gräber geplündert und viele ihrer archäologischen Funde an das Museo Canario in Las Palmas verkauft hatten, wurde dieses Gebiet zu einem Naturschutzgebiet erklärt, um es vor weiteren Zerstörungen zu schützen.

Diese Gegend, in der die größte Eidechsenart der Welt beheimatet ist, die Lagarto Canarión, ist außerdem ein Paradies für Wanderer. Hier gibt es viel zu erkunden, sei es in organisierten Gruppen oder allein. Die asphaltierte Straße geht weiter am Museo de Guayadeque (Centro de Interpretación Arqueológica) vorbei, sodass Sie die fantastische Szenerie dieses Tals auch ohne große körperliche Anstrengung genießen können. Diese Route führt durch zwei Höhlendörfer, in denen Menschen von heute sich niedergelassen haben, um in die Fußstapfen der Guanchen zu treten. Diese Dörfer verfügen über kleine Kapellen, eine Bar und ein Restaurant. Die Route endet im Tagoror, dem berühmten Höhlenrestaurant, bei dem Ihr Gericht sowohl von lokalem Wein als auch von volkstümlicher Musik begleitet wird.