15:53:40 Freitag, 19 Juli 2019

Es gibt viele Mythen und Legenden über die frühe Geschichte der Kanarischen Inseln. Viele der ersten Inselbewohner glaubten, die Inseln seien das versunkene Atlantis. Für andere waren es die magischen, mystischen „Glücklichen Inseln“, das herrliche Paradies aus der keltischen und griechischen Mythologie.

Es wird angenommen, dass Gran Canaria bereits um 500 v. Chr. bewohnt war, wobei es verschiedene Theorien über die Ursprünge der ersten Bewohner gibt. Eine weitgehend akzeptierte Theorie ist, dass die Ureinwohner Gran Canarias – die weithin als Guanchen bekannt sind, obwohl die historisch korrekte Bezeichnung Canarios ist – ursprünglich aus Nordafrika kamen und Nachkommen der Berber waren. Die Guanchen lebten sehr primitiv – wie die schlichten Werkzeuge und Waffen, die auf der Insel gefunden wurden, bestätigen – vorrangig in Höhlen. Es heißt, dass die Guanchen Felsen und Steine benutzten, um schützende Bauten zu errichten. Diese provisorischen Wohnstätten hatten ein Dach aus Zweigen und Blättern. Ihre zivilisierteste Errungenschaft waren Töpferwaren, die ohne Töpferscheibe angefertigt wurden.

Nach dem Fall des Römischen Reiches vergaß Europa die Kanarischen Inseln für fast 1000 Jahre, bis die Kanaren im frühen 14. Jahrhundert von Seefahrern aus dem Mittelmeerraum wiederentdeckt wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt führten die 30 000 Guanchen auf der Insel Gran Canaria ein recht friedliches Leben. Dieses Leben änderte sich auf dramatische Weise, als Italiener, Portugiesen und Katalanen im 14. Jahrhundert ihre Schiffe auf die Inseln entsandten, um Sklaven und Pelze zu beschaffen. Am Anfang des 15. Jahrhunderts begann die schnelle Eroberung der Inseln.

Die Guanchen auf Gran Canaria leisteten der spanischen Invasion erbitterten Widerstand, doch 1483 gelang Pedro de Vera, der die spanischen Truppen anführte, die Eroberung der Insel, mit der Juan Rejón fünf Jahre früher begonnen hatte. Viele Guanchen wurden getötet oder begangen lieber Selbstmord als sich den Spaniern zu ergeben. Die Überlebenden wurden versklavt und mussten zum Christentum konvertieren. Kurz darauf begann das Volk der Guanchen auszusterben.

Aufgrund des Zusammenbruchs der örtlichen Industrie wanderten viele Menschen nach Lateinamerika aus. Der Kontakt zur Neuen Welt, in der es Kuba 1898 gelang, sich von Spaniens Herrschaft zu befreien, führte dazu, dass auch die Kanaren Unabhängigkeit forderten. Die meisten Menschen wünschten sich eine Teilung des Archipels in zwei eigenständige Provinzen (Las Palmas und Teneriffa), was 1927 schließlich eintraf.

Doch noch einmal zurück ins Jahr 1912: Die Gesetze des Inselrats traten in Kraft, woraufhin viele Infrastrukturprojekte durchgeführt wurden, wie der Bau des Flughafens, das Anlegen von Stauseen und der Bau des grundlegenden Autobahnnetzes auf der Insel. Dies war der Grundstein für die Entwicklung der Tourismusbranche. Ein weiteres wichtiges Datum in der Geschichte der Kanarischen Inseln ist das Jahr 1982, in dem die Statuten der Autonomen Regionen erlassen wurden.